Katze "RÖSCHEN"

Meine besonderen Kennzeichen: links 31737 - rechts 1124

Meine TASSO Kenn-Nr. 1560601

Geboren wurde ich im Mai 2001 in einem Gefängnis.

Wie viel Leid und Schmerz das für mich bedeuten sollte, konnte ich damals noch nicht ahnen.

Anfang Juni 2002 wurde ich zusammen mit den meisten Katzen dort von einem Tierschützer eingefangen und in den Franziskushof nach Kalletal gebracht. Hier wurden auch meine schlimmen Verletzungen das erste Mal tierärztlich versorgt.

Das Foto rechts ist das einzige aus meiner damaligen Zeit. Die Menschen im Franziskushof nannten mich DAS HÄUFCHEN ELEND und gaben mir zu allem Überfluss auch noch den Namen TRINCHEN, als ob ich nicht schon genug durchgemacht hätte. Dabei habe ich als Baby immer davon geträumt, eine Prinzessin zu sein.

Im Sommer bekamen wir Tiere im Franziskushof dann jedes Wochenende Besuch von SUSANNE und ihrer Nichte LARA. Damals bin ich auch wohl mehr zufällig HORST vor die Kamera gelaufen.  Auf dem Foto links schaue ich nicht etwa um die Ecke, nein, ich muss meinen Kopf wegen der bösen Menschen aus dem Gefängnis jetzt immer schräg halten.

Damals hatte ich auch noch rotbraune Flecken in meinem Fell, die heute nicht mehr da sind. Meine Tierärztin sagte, dass das an dem schlechten Essen gelegen hat, das ich im Gefängnis bekam. Im Franziskushof sind diese Flecken aber schnell wieder verschwunden.

Die Besuche von SUSANNE und LARA bedeuteten für uns alle im Franziskushof "herrliche" Leckerli und "jede Menge" Streicheleinheiten. Ich habe das alles natürlich nur aus der Ferne beobachtet, denn ich traute keinem Menschen mehr.

Obwohl ich nur eine von den 90 Katzen im Franziskushof war, hatte SUSANNE sofort ein Auge auf mich geworfen, man hat ihr aber abgeraten, mir ein neues Zuhause zu geben, weil ich so schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hatte.

Aber SUSANNE + LARA besuchten mich jedes Wochenende und versuchten immer wieder, sich mir zu nähern. Damit das herrliche Futter nicht nutzlos eingefüllt wurde, habe ich mich irgendwann dazu herabgelassen, ihre Annäherungsversuche wenigstens teilweise zu tolerieren.

Dann am 06. September 2002 sagten mir SUSANNE und HORST, dass ich jetzt ein neues Zuhause bekäme, und tatsächlich, ich wurde eingefangen, mitgenommen und bekam ein eigenes Zimmer mit Balkon und durfte mich eingewöhnen, wie meine Menschen sagten.

Ich gebe zu, dass ich kein Wort von alle dem glaubte, was die neuen Menschen zu mir sagten. Deshalb versteckte ich mich auch jedes Mal, sobald ich ein Geräusch hörte.

Auf dem Bild links sieht man mich kaum, ich liege auf dem Balkon und lasse mir die Sonne auf mein Fell scheinen.

LARA durfte übrigens alle Katzen von SUSANNE und HORST taufen, daher nannten sie mich ab sofort RÖSCHEN - na ja, man kann nicht alles haben, zumindest besser als TRINCHEN.

LARA meint, ich sei so hübsch schwarz und da eine Rose rot ist, wäre dies eine eine "Super" Zusammenstellung. Dies wurde natürlich sofort akzeptiert, denn außer allen Katzen hier im Haus scheint auch Nichte LARA eine gewisse "SONDERSTELLUNG" mit besonderen Rechten zu haben.

SUSANNE und HORST haben mich in jeder freien Minute in meinem Zimmer besucht und mir ständig erzählt, dass sie dafür sorgen, dass mir nie wieder jemand weh tut, und dass es im Leben herrliche Dinge gibt, wie z.B. Ball spielen oder kuscheln. Ich glaube HORST spielt fürchterlich gern Ball, stundenlang kullerte er vor meiner Nase damit rum, bis er mir leid tat und ich den Ball zurückkullerte, damit er nicht allein spielen musste.

SUSANNE hat immer für mich gekocht und mich inständig gebeten, brav alles aufzuessen. Ich habe aber meist so getan, als wenn mich das nicht berührt - aber sobald sie weg war, habe ich alles weggeputzt.

Nach etwa vier Wochen wurde die Tür von meinem Zimmer das erste Mal für mich aufgemacht. Ich habe dann auch ab und zu ein Auge riskiert, weil man mir erzählt hat, ich habe noch fünf "GESCHWISTER" - MAUZI, BENNY, SIMBA, BINE und MOGLI - die alle supernett seien. Am Anfang habe ich einen Bogen um alle gemacht und sie angefaucht, und auch sie haben mich angefaucht, aber irgendwann schien man mich zu akzeptieren - kurz und gut, ich hatte inzwischen das Gefühl, ich werde von "ALLEN" geliebt. Mein Traum ist übrigens wahr geworden, wenn durch das Haus gerufen wird:

"Wo ist denn das RÖSCHEN - unsere Prinzessin?"

Dafür bedanke ich mich bei allen Freunden im Franziskushof und bei meinen ELTERN - ich war auch schon zweimal bei SUSANNE auf dem Sofa zum Kuscheln.

Am 15. November 2002 bin ich "rein zufällig" wieder einmal am Sofa vorbeigekommen, auf dem SUSANNE sitzt und strickt.

 Und da dort schon die freien Plätze neben ihr von BENNY und MAUZI belegt waren, habe ich mich einfach bei SUSANNE auf den Schoß gesetzt - tolle Sache, kann ich nur sagen, fast wie der Thron einer Prinzessin !

Am 30. Dezember 2002, nachdem ich schon mehr als 16 Wochen bei meinen neuen ELTERN lebte, hat mich die Tierärztin wegen meiner Atemgeräusche untersucht. Sie gesagt, ich bin "Leukose positiv". Ich weiß zwar nicht, was das bedeutet, aber aus den besorgten Gesichtern meiner Eltern zu schließen, wohl nichts gutes, denn jetzt mussten alle meine Geschwister auch zum Tierarzt und wurden untersucht. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind sie alle "Leukose negativ". Wer mehr über meine Krankheit wissen will, SUSANNE und HORST haben hierüber Informationen zusammen gestellt.

Irgendwer hat von "Einschläfern" gesprochen, aber da haben meine ELTERN energisch widersprochen. Zu meiner Erleichterung haben sie sich nach einem langen Telefonat mit einer Dame - die auch mehrere "Leukose-positive-Katzen" mit gesunden Katzen zusammen hält - dafür entschieden, mich weiter in der Meute bei meinen GESCHWISTERN zu belassen.

Ab 20. Januar 2003 bekam ich an fünf aufeinander folgenden Tagen VIRBAGEN OMEGA, ein Interferon gespritzt, das aber in Deutschland nur erst für Hunde zugelassen ist. Ich hoffe, zusammen mit meinen GESCHWISTERN und ELTERN, dass dies mein Immunsystem stärken wird. Ich will doch noch einige Jahre mit SUSANNE und HORST kuscheln - na ja, und die anderen Katzen ärgern.

Zur allseitigen Überraschung habe ich keine Nebenwirkungen gezeigt. Ich habe weder erbrochen noch habe ich 3 - 6 Stunden nach der Spritze Fieber bekommen. Zu der erwarteten Abnahme der Leukozyten ist es zunächst auch nicht gekommen, diese sind bei mir von der ersten zur fünften Spritze von 9800 auf 11300 angestiegen, die Tierärztin hatte eine Abnahme erwartet.

Die "Spritzkur" kostete übrigens fast 150 Euro pro kg Körpergewicht. Da kann ich ja nur froh sein, dass ich so ein Leichtgewicht bin, denn ich möchte mir nicht ausrechnen, was das bei SIMBA gekostet hätte, der wiegt dreimal soviel wie ich - na ja, wie Ihr seht, bemühen sich auch meine ELTERN.

Denen habe ich zwischenzeitlich auch schon wieder verziehen, aber am 4. und 5. Spritztag habe ich mich ganz schön gewehrt, ich wollte nicht immer wieder eingefangen werden und den weiten Weg zum Tierarzt machen - na ja, wer weiß, wozu es gut war.

Nach 10 Tagen wurden die Leukozytchen wieder gezählt, jetzt waren sie wie erwartet auf 5300 gefallen, in 14 Tagen soll ich wiederkommen, denn die müssen wieder rauf - na ja, werde mich bemühen! Und sie gingen rauf auf 8.800 (normal 8.000 - 12.000) - Entwurmungstablette – Ohren gereinigt – Lymphknoten weiterhin verdickt - Husten weiter beobachten – zunächst keine Medikamente

Zwischenzeitlich huste ich schon wieder ein wenig, will aber nicht hoffen, dass da ein Zusammenhang gegeben ist.

Am 10. März 2003 musste ich wegen Erbrechen - gegen meinen energischen Widerstand - wieder zur Tierärztin und die hat mich gleich da behalten, da sie sagte,  ich habe Wasser im Lungengewebe und die Speiseröhre ist soweit eingeengt, dass ich alles Futter wieder ausbrechen muss.

Hurra, ich bin wieder zu Hause !!!

Am 13. März 2003 durfte HORST mich wieder nach Hause holen. Die Tierärztin sagte, sie sei von der Interferonbehandlung enttäuscht, denn solch ein Rückfall habe sie nicht erwartet. Ich fühle mich zwar noch etwas schwach, na ja, aber zu Hause ist eben zu Hause.

Am 28. März 2003 hatte ich einen Fieberschub (40 °C) und habe einen Tag nicht gefressen - die Tierärztin meinte, das sein "normal" bei meiner Krankheit.

Am 31. März 2003 konnte ich schon wieder nicht fressen, also ging es zur Tierärztin, die mir nach der Untersuchung sagte, dass ich den Kampf verloren habe. Jetzt kam ein Lebertumor hinzu und schon wieder Wasser in der Lunge. Und dabei habe ich mich so bemüht - es waren sieben wunderschöne - viel zu kurze - Monate bei SUSANNE und HORST, aber es hat nicht länger sollen sein.

SUSANNE und HORST haben mir fest versprochen, mich auf meinem letzten Weg nicht allein zu lassen - und ...

... sie haben ihr Versprechen gehalten !!!

 

   Das war's, tschüß !!!

Euer RÖSCHEN

Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 02.07.2007 - © rooster

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